Was ist HPV?
Wie viel wissen Sie über HPV?
Eine HPV-Infektion ist sehr selten.
HPV-Infektionen führen immer zu gesundheitlichen Problemen.
HPV kann verschiedene Krebsarten bei Frauen und Männern auslösen (z. B. Gebärmutterhalskrebs)
Was sind HP-Viren?
HPV steht für Humane Papillomviren. Sie gehören zu den häufigsten durch Intimkontakte übertragenen Infektionen. Einige HPV-Typen verursachen gutartige Feigwarzen an den Genitalien (Niedrigrisiko-HPV), andere sind mit Gebärmutterhalskrebs und weiteren Krebsarten (z. B. an Vulva, Vagina, Anus, im Mund-Rachen-Bereich und am Penis) verbunden (Hochrisiko-HPV).
Es gibt mehr als 200 verschiedene HPV-Genotypen.
Science-Slam von Lorenz Adlung. Original auf YouTube.
Wie steckt mein Kind sich an?
HPV kann durch direkten Haut- und Schleimhaut-Kontakt im Genitalbereich übertragen werden, vor allem beim Sex. Auch beim Oralsex ist eine Übertragung möglich. Eine Ansteckung ohne Schleimhautkontakt ist jedoch nicht wahrscheinlich – HPV gelangt nicht in Blut, Speichel oder Muttermilch. Normales Küssen, Blutspenden oder Stillen stellen also kein Risiko dar. Verhütungsmittel wie Kondome bieten zwar einen gewissen Schutz, aber keinen vollständigen, da das Virus auch in nicht abgedeckten Bereichen der Genitalien übertragen werden kann.
Wie weit verbreitet ist HPV?
Fast alle Menschen sind im Laufe ihres Lebens von HPV betroffen.
85 bis 90 % der Männer und Frauen infizieren sich mit einem Hochrisiko-Erreger, sobald sie sexuell aktiv werden – auch bei nur einem Sexualpartner oder einmaligem Sex. Es dauert bis zu zwei Jahre, bis eine HPV-Infektion von selbst abheilt. Weil die Infektion mit Hochrisiko-HP-Viren keine Beschwerden verursacht, kann sie unbemerkt weitergegeben werden.
Die HPV-Impfung schützt vor einer Infektion und ist am wirksamsten, bevor man sexuell aktiv wird.
Warum ist HPV gefährlich?
HPV kann gefährlich sein, weil bei etwa 10 % der Infizierten die Infektion mit dem Virus bleibt und bei Manchen Krebs verursachen kann. Es kann bis zu 15 Jahre dauern, bis sich aus einer Infektion ein bösartiger Tumor entwickelt.
HPV-bedingte Krebserkrankungen sind oft tödlich!
Weltweit sterben jährlich etwa 300.000 Menschen an Krebs, der durch HPV verursacht wurde - das entspricht der gesamten Bevölkerung von Augsburg.
Welche Erkrankungen verursacht HPV?
HPV ist verantwortlich für:
- Genitalkrebs (an Zervix, Vulva, Vagina, Penis)
- Krebs im Kopf-Hals-Bereich
- Analkrebs
- Genitalwarzen
Die beiden häufigsten Hochrisiko-HPV-Typen, HPV 16 und 18, verursachen etwa 70 % der Fälle von Gebärmutterhalskrebs.
Die weniger risikoreichen HPV-Typen 6 und 11 verursachen Genitalwarzen, eine häufige, aber gutartige Erkrankung der Genitalien, die jedoch unangenehm und langwierig sein kann.
Weitere Informationen zu Krankheiten
- Gebärmutterhalskrebs
- Vaginalkrebs (Scheidenkrebs)
- Vulvakrebs (Krebs des äußeren weiblichen Genitals)
- Peniskrebs
- Analkrebs
- Mundrachen-Krebs
- Genitalwarzen (Feigwarzen, Kondylome)
Kann man HPV behandeln?
Eine direkte Behandlung der HPV-Infektion mit Medikamenten ist derzeit nicht möglich.
Allerdings können die durch HPV verursachten Erkrankungen behandelt werden:
- Genitalwarzen: Sie können operativ entfernt, mit Laserverfahren behandelt oder durch Vereisung (Kryotherapie) beseitigt werden. Zudem gibt es lokale Behandlungen mit Cremes oder Lösungen, die die Virusvermehrung stoppen.
- Starke Zellveränderungen am Gebärmutterhals: Hier wird eine Konisation durchgeführt, bei der das veränderte Gewebe entfernt wird, um das Fortschreiten zu Krebs zu verhindern. Auch die anderen HPV-bedingten Krebserkrankungen im Anal- und Genitalbereich können grundsätzlich durch Behandlung ihrer Vorstufen verhindert werden.
Wie merke ich ob mein Kind infiziert ist?
Hochrisiko-HPV verursacht in den meisten Fällen keine Symptome und bleibt oft unbemerkt (Feigwarzen können sichtbar sein).
In der Regel heilt die Infektion dank einer starken Immunabwehr innerhalb von 1–2 Jahren von selbst, ohne gesundheitliche Probleme. Deshalb wissen viele Betroffene nicht, dass sie eine HPV-Infektion hatten oder haben. Trotzdem können sie sich gegenseitig infizieren.
Der HPV-Test ist ein wichtiger Bestandteil der Krebsfrüherkennungsuntersuchung, um festzustellen, ob eine Frau mit HPV infiziert ist und daher ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs hat.
Ist mein Kind nach einer Infektion immun?
Nach einer abgeklungenen HPV-Infektion kann man sich wieder anstecken. Eine überstandene Infektion schützt also nicht dauerhaft.
Anders bei der Impfung – sie bietet einen länger anhaltenden Schutz.
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